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Friedrich-Ebert-Stiftung
Büro Bulgarien

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Programme und Aktivitäten

Bulgarien gehört zu den Ländern in Südosteuropa, die sich nach der Wende nur langsam entwickelt haben. Bulgarien ist arm an natürlichen Ressourcen. Der Zusammenbruch des Wirtschaftssystems führte zu einer De-Industrialisierung des Landes. Die Privatisierung der einst staatlichen Produktion ist zum größten Teil abgeschlossen. Als starkes Hindernis für ausländische Investitionen erweist sich die Schwerfälligkeit der bulgarischen Bürokratie.

Mit Beratung durch dem IMF wurde 1997 ein Währungsrat eingeführt. Das Ergebnis der restriktiven Fiskalpolitik war die Verbesserung der makroökonomischen Stabilität zu Lasten von sich verschlechternden sozialen Bedingungen und niedrigen Lebensstandards.

Auch im politischen Raum ist die Wende noch bei weitem nicht abgeschlossen. Zwar wurde 1990 eine parlamentarische Mehrparteien-Demokratie etabliert, doch die politischen Akteure, insbesondere die politischen Parteien sind noch nicht konsolidiert. In Bulgarien hat eine sehr reiche, korrupte und wirtschafts-kriminelle Oberschicht Politik und Wirtschaft fest im Griff. Der Rest der Bevölkerung ist an den Transformationsprozessen gar nicht oder nur marginal beteiligt. Es fehlt an aktiven nicht-staatlichen Akteuren, an einer unabhängig organisierten Zivilgesellschaft. Einzig die bulgarischen Gewerkschaften haben eine positive Rolle bei der Ausgestaltung und Reform der Arbeitsbeziehungen gespielt.

In Bulgarien besteht ein weitgehender Konsens über die Außenpolitik des Landes. Seit 2002 ist Bulgarien NATO-Mitglied. Das wichtigste Ereignis der letzen Zeit war die Aufnahme Bulgariens in die EU im Januar 2007. Seit dieses Alle verbindende Ziel erreicht ist, fehlt es an einer Vision und einer gemeinsamen politischen Kultur für die nächste Zukunft.

Die Menschen sind von ihren Politikern enttäuscht, haben das Vertrauen in Parteien und ihre Versprechungen verloren. Die Wahlbeteiligung ist immer weiter zurückgegangen. Die Jugend sieht ihre Zukunft am liebstenaußerhalb Bulgariens.

Alles in allem hat Bulgarien zwar demokratische Institutionen erschaffen, die wirtschaftlichen Makrodaten konsolidiert und dafür dann auch den Betritt in die EU geschafft. Es ist aber noch weit davon entfernt, diese Institutionen mit demokratischem Leben zu füllen, die Strukturreformen nachhaltig zu gestalten und es hat für sich selber auch noch nicht seine zukünftige Rolle in der EU und der Region gefunden.

Aus der Analyse der politischen, wirtschaftlichen und sozialen Rahmenbedingungen des Landes leitet das Projekt die Schwerpunkte (Oberziele) seiner Arbeit ab, entwickelt entsprechend seine Arbeitslinien (Projektziele) und setzt diese in die verschiedenen Programme und Aktivitäten um.

Gegenwärtig hat das Projekt folgende Arbeitsschwerpunkte:

  • Stärkung von Institutionen der Demokratie
  • Entwicklung zeitgemäßer Wirtschafts- und Sozialpolitiken
  • Förderung der Dezentralisierung und kommunalen Entwicklung
  • Unterstützung beim Aufbau moderner Arbeitsbeziehungen
  • Motivierung der Jugend für ein aktives Engagement bei der Gestaltung der Zukunft Bulgariens
  • Beratung bei der Standortbestimmung für Bulgarien in Europa
Letztes Update 03-08-17| emilia.burgaslieva@fes.bg Kontakt | Impressum
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